„Die beste Sitzposition ist die nächste.“

 Rund um die Ergonomie am Arbeitsplatz: drei Fragen an Sandra Blüm

Ergonomie

Alle reden von Ergonomie am Arbeitsplatz. Was genau ist darunter zu verstehen?

„Der Begriff Ergonomie kommt von griechisch ‚ergon‘ (Arbeit) und ‚nomos‘ (Regeln) und steht inhaltlich für die Wissenschaft von der menschlichen Arbeit. Das klingt steif, doch heutzutage, bei der großen körperlichen Belastung durch viel zu viel statische Arbeit in den Büros der Industrienationen, muss man sich ernsthaft darum bemühen, die Arbeitsbedingungen den Menschen anzupassen – und nicht umgekehrt.“

Was bedeutet das für Sie als Beraterin in einem Fachgeschäft für Büroeinrichtung?

„Die Art der Arbeit, die in deutschen Büros verrichtet wird, können wir nicht beeinflussen. Unser Ziel ist es, eine Arbeitsatmosphäre zu schaffen, in der eine möglichst geringe gesundheitliche Belastung entsteht – und das für inzwischen bis zu vier Generationen unter einem Dach, bedingt durch die auf dem Kopf stehende Alterspyramide. Das bezieht sich nicht nur auf die Möbel und deren Position im Raum, auf Farben und Design. Auch das richtige Licht und eine optimale Raumakustik sind wichtig. Eines darf man einfach nie vergessen: Wir planen Arbeitsplätze für Menschen und brauchen ein ergonomisches Gesamtkonzept. Zeitgemäße Raumgestaltung darf also nicht als reine Kosmetik verstanden werden.“

Was raten Sie Kunden, die über Belastung oder Schmerzen im Wirbelsäulenbereich klagen?

„Wichtig sind die Arbeitsmittel, aber auch Arbeitsabläufe und das eigene Verhalten. Schauen Sie nach Ihrer Schreibtisch-Stuhl-Kombination. Passen die Einstellungen zu Ihren Körperproportionen? Wieviel Dynamik lässt Ihr Bürostuhl zu – und nutzen Sie diese! Überprüfen Sie auch alles, was auf Ihrem Schreibtisch steht: Schon die falsche Position von Bildschirm, Tastatur oder Maus kann Schmerzen verursachen. Das ‚Richtig‘ und ‚Falsch‘ zeigen Ihnen Arbeitsmediziner, Physiotherapeuten oder eben Ihr geschulter Berater im Fachgeschäft. Überlegen Sie auch, welche Arbeiten nicht unbedingt im Sitzen erledigt werden müssen. Lesen, Telefonieren, kurze Meetings – integrieren Sie Stehen und Gehen in Ihren Büroalltag. Am einfachsten geht das natürlich mit einem Sitz-Steh-Tisch, aber auch ein halbhoher Schrank kann Sie zunächst unterstützen. Falls Sie doch lange Sitzen müssen, hilft folgendes Mantra: Die beste Sitzposition ist die nächste.“

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